Horror ist: wenn ich arbeiten muss

August 27, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Sklavetedemann 

In einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen von der Arbeit anderer leben, in der immer mehr nur noch konsumieren, immer weniger arbeiten, wird Arbeit zunehmend zum Horror.

Menschen sind Wesen auf zwei Beinen und werden von gewissen Trieben angetrieben. Widerstand schien lange Zeit zwecklos, jetzt wachsen die Chancen auf selbstgewollte Antriebslosigkeit erheblich.

In den Worten einer Ethik der Faulheit könnte man sagen: Die Arbeit des anderen ist ein Anspruch, im Zweifelsfall auch einer, ihn für immer in den bedingungslosen Sklavenbetrieb zu schicken.

with a little help from my friends

Wie gemein ist doch die Welt: Total überwacht, klimatisch erwärmt, finanziell enthemmt und umverteilt, Freizeit in nächster Verfügbarkeit, und selbst doch sehr ersetzlich. – Ich fühle es, ich schaue es an: nur nicht zuviel denken, über das übliche Vorgemachte hinaus (Wir wissen, es ist jedesmal “Kapitalismus”) könnte ebenfalls in Arbeit ausarten.

Arbeit ist Nötigung, ich werde verbunden.

Von der Arbeit mich wegwendend und auf die noch Tätigen schmähend, verlange ich nun von Welt nicht das Wissen dessen, was ich als Bedarfswesen bin, vielmehr zur Gediegenheit meiner selbstgerechten Langweiligkeit nur noch fünf Bier, anspruchslose Unterhaltung und anstregungslosen Transfer ins fertige Staatsbett.

Demokratie liefert Waffen & Abgeordnete verschwinden mit Millionen

August 23, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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In diesem Dokudrama – mit der schönen Selbstsucht, als deutsche “Retter” erkannt zu werden – treten nacheinander auf:

- Der Außenminister (SPD)

- Die rührselige Kampfmaschine Kerstin Griese(SPD)

- Zwei ehemalige Bundestagsabgeordnete (SPD) – nebst fünf Millionen Euro von Krauss-Maffei 

mit einem Schluss (die gute “Hilfe” und diverse Formen der Verstellung – letztlich: alles Lüge)

***

1. Der Außenminister

In einem Brief wirbt Außenminister Steinmeier bei den Abgeordneten der SPD-Fraktion um Unterstützung für eine militärische Hilfe für die Kurden im Irak. Die Kurden in der Region seien “das wichtigste Bollwerk gegen die Mörderbanden” des IS. Wenn sie vom IS überrannt würden, seien “die Staatlichkeit des Irak und die Stabilität der gesamten Region in Gefahr”. “In dieser akuten Krise sind uns harte Entscheidungen abverlangt”.

2. Die Kampfmaschine Kerstin Griese (heute morgen im Deutschlandfunk)

“Die Menschen sehen die Bilder, die wir aus dem Irak bekommen, die sehen die Brutalität dieser ISIS-Gruppe, die mit wirklich unvorstellbarer Härte vorgeht, sie sehen das Leid der Jesiden, der Christen, die vertrieben worden sind, aber es sind ja auch muslimische Schiiten, die von den Sunniten, also von ISIS, vertrieben werden. Wir sehen dieses Leid und natürlich bewegt uns das alle, und natürlich kann man dann nicht sagen: Wir machen alles so weiter wie bisher und sehen zu, wie Menschen ermordet werden. Wir befinden uns hier in einem Notfall, und da müssen wir überlegen, was Verantwortung bedeutet. Man hat Verantwortung für das Handeln, man hat aber auch Verantwortung, wenn man nicht handelt – und deshalb müssen wir in diesem Notfall jetzt entscheiden, wie man da vorgeht. Das sind ja alles lange Linien, die auch schon auf den Afghanistan-Konflikt zurückgehen, wo sich islamistische, fundamentalistische Kräfte über Jahre gesammelt haben und die jetzt dort eine so große Region beherrschen, dass es uns wirklich Angst machen muss. Und das ist eben noch die andere Dimension, dass dieser Konflikt, der jetzt im Irak ist, dass der Vormarsch der ISIS wirklich internationale Ausmaße haben wird. Deshalb bin ich ausdrücklich dafür, dass das jetzt eine Nothilfesituation ist, in der wir unsere Hände eben nicht in Unschuld waschen können, indem wir nichts tun, sondern wo wir helfen müssen. Und dass diese Hilfe zuallererst humanitär sein muss, aber am Ende auch mit Waffen sein kann, ist tragisch, ist der Situation geschuldet, aber man kann dem massenhaften Ermorden von Menschen nicht zusehen. Das kann keinen kaltlassen”.

3. Zwei ehemalige Bundestagsabgeordnete (Süddeutsche Zeitung vom 19. Mai 2014)

Zwei ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete haben von Krauss-Maffei Wegmann mehr als fünf Millionen Euro an Honoraren erhalten. Der Konzern hat im vergangenen Jahrzehnt für fast zwei Milliarden Euro Leopard-2-Panzer und Panzerhaubitzen nach Athen verkauft. Die Anbahnung und der Abschluss der Panzer-Deals fallen vor allem in jene Jahre, in denen laut der Untersuchung die beiden SPD-Politiker über eine Firma namens BfS das Millionen-Honorar von KMW bekamen. “BfS” bedeutet “Büro für Südosteuropaberatung”. Luuk saß von 1980 bis 1990 im Bundestag und hatte damals schon beste Kontakte nach Griechenland. Steiner gehörte dem Parlament von 1980 bis 1994 an und war zeitweise Vizechef des Verteidigungsausschusses. 

0. Schluss (die gute “Hilfe” und diverse Formen der Verstellung – letztlich: Lüge)

Es gibt eine äußere und eine innere Lüge. Man kann nach innen wie nach außen lügen, auch täuschen. Der Betrug macht alles zweifelhaft, zerstört alles Vertrauen. Es gibt auch kein Recht, aus sogenannten „humanitären Gründen“ zu lügen.

Oder warum ist es in dieser Republik kein Thema, dass zwei ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete von Krauss-Maffei mehr als fünf Millionen Euro an Honoraren erhalten?

Zum Wohle der Menschheit sind alle Datenschützer recht

August 20, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Warum fällt es Google so schwer, die Menschheit in Ruhe zu lassen? Die Antwort liegt auf der Hand: Google verteidigt einen Ein-Drittel-Anteil am weltweiten Online-Werbemarkt, der inzwischen auf ein Volumen von mehr als hundertzwanzig Milliarden Dollar angewachsen ist und der das ganz Besondere verspricht – stets ein wenig zu viele Nutzerdaten an die Konzerne zu verraten, damit sie wissen, wem sie welche Werbung anzeigen.

…lese ich in der FAZ.

“Wir”, die hilflosen Menschen dieser irren Welt, können nichts dafür. Die einzige Alternative: den Stecker ziehen – ist keine. “Wir” (ich eventuell schon) können ihn einfach nicht mehr ziehen.

Herrschaft von Menschen über Menschen ist eine Gewalt, wenn sie dem Widerstand dessen, was zwar selbst Macht besitzt, aber sich hilflos gibt, überlegen ist.

 

 

Fette Linke

August 4, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Reinhard Mohr schreibt in der FAZ, dass die politische Linke eine Kombination aus Gratis-Moral und luzider Durchsetzung eigener Interesse sei.

“Links” sei ein Symptom des Überdrusses, der nicht weiß, wohin mit sich: “Es sind die Identitätsprobleme einer satten Gesellschaft, die ihren Ort in der Geschichte nicht mehr findet, die Zukunft fürchtet und sich in Ersatzhandlungen flüchtet. Deshalb sind viele gar nicht mehr in der Lage, die wirklichen Bedrohungen unserer demokratischen Freiheiten durch totalitäre Kräfte – von Moskau bis Karachi und Bagdad – überhaupt zu erkennen. Bei jeder Gelegenheit wird der Faschismus an die Wand gemalt. Doch wenn er, ob religiös-islamistisch, unter kommunistischem Emblem oder nationalistisch-reaktionär, einmal wirklich vor der Tür steht, will man ihn nicht wahrnehmen. Dafür kämpft man tapfer weiter gegen Chlorhühnchen, Gen-Kartoffeln und Ampelmännchen”.

Kommentare:

1. Linke rechte politik ist die Kunst, von den Reichen das Geld und von den Armen die Stimmen zu erhalten, beides unter dem Vorwand, die einen vor den anderen schützen zu wollen.

2. Ich brauche gar nicht an jedem, der seine Sache uns zuschieben möchte, zu zeigen, daß es ihm nur um sich, nicht um uns, nur um sein Wohl, nicht um das unsere zu tun ist. Seht euch die übrigen nur an. Begehrt die Wahrheit, die Freiheit, die Humanität, die Gerechtigkeit etwas anderes, als daß ihr euch enthusiasmiert und ihnen dient? (Max Stirner)

3. Kommt nur  auch noch ein Faschismus, der vorgibt antifaschistisch zu agieren, wird´s schlicht zu kompliziert.

4. Unter “links” – wie “rechts”- versteht man die heimatliche Einrichtung der Welt. (Das Zeitalter der “heimatlosen Gesellen” ist längst vorbei).

Wikipedia: Falsches über Marx und Rassismus

August 3, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Berlin, Marx-Engels-Platz, Demonstration

In “Zur Judenfrage” schreibt Marx:”Sobald es der Gesellschaft gelingt, das empirische Wesen des Judentums, den Schacher und seine Voraussetzungen aufzuheben, ist der Jude unmöglich geworden”.
Den “unmöglich” gemachten Juden nennt Marx “die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum”.

Schlau wie das Internetlexion Wikipedia finde ich dort die “Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte” nebst “Marx’ persönliche Verbindung zum Judentum …bezüglich eines vermeintlichen Antisemitismus bei Marx”.

Der ganze Wikipedia-Eintrag “Zur Judenfrage” ist “vermeintlich”. – Wie wärs mit Tatsachen? Was heißt konkret, “das empirische Wesen des Judentums, den Schacher und seine Voraussetzungen aufzuheben”?

Wissen ist Macht

Wissen ist Macht (Francis Bacon 1597). Nicht-Wissen ist Ohnmacht. Wikipedia referiert über “Theoriegeschichte” – “1841 promovierte Marx mit seiner Arbeit über antike Materialisten”. Aber 1843 schreibt Marx: “Wir erkennen also im Judentun ein allgemeines gegenwärtiges antisoziales Element”. – Aber davon kein Wissen in Wikipedia.

Wissen die Wikipedia-Autoren überhaupt, was Marx in “Zur Judenfrage” propagiert?

Wikipedia kommt zum “Inhalt”. Dieser Inhalt ins Wikipedianische übersetzt: “Marx widmet sich in der Schrift der Frage nach politischer und menschlicher Emanzipation”. – Ein Wort: “Emanzipation”. Marx definiert es als “Juden unmöglich” machen. Dies nicht zu wissen, ist Ohnmacht.

“Wikipedia ist ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten, zu dem du mit deinem Wissen beitragen kannst”.

Aber Wikipedia trägt auch Wissen, das keines ist. Vielmehr marxistische Propaganda. – Wieso überhaupt “Zur Judenfrage“?

Immerhin weiß Wikipedia die Legende vom “Juden Marx” zu korrigieren: Marx und alle seine Geschwister sind “christlich getauft”, Vater Marx zum Protestantismus konvertiert. Abgesehen davon, dass dieses Bestehen auf der vermeintlich “jüdischen Herkunft” selbst rassistisch inspiriert ist.

Was nun Juden für Marx fraglich macht, darüber lässt er es an protestantischer Deutlichkeit nicht fehlen. Das eigentlich böse liegt im Juden: “Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus des Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld.Nun wohl! Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld, also vom praktischen, realen Judentum wäre die Selbstemanzipation unsrer Zeit”.

Marx “Emanzipation” meint den “unmöglich” gemachten Juden – meint das “antisoziale Wesen”, den “Geldmensch”, den “Kapitalismus”. Laut Wikipedia kommt Emanzipation von emancipatio – „Entlassung des Sohns aus der väterlichen Gewalt“.

Wikipedia selbst müsste sich emanzipieren, sich entlassen aus der Gewalt der Vaterfigur Marx. Ohne dem ist es nur der reine dogmatische Vaterentwurf. Das Schweigen und Verschweigen, die Unterwerfung, Beschönigung und Verherrlichung, die Mauer, das infantile Vertrauen in die Anmaßungen eines “vermeintlichen Antisemitismus”.

Jenseits der Menschenrechte

In “Zur Judenfrage” greift Marx die allgemeinen Menschenrechte an: “Die Unvereinbarkeit der Religion mit den Menschenrechten liegt so wenig im Begriff der Menschenrechte, daß das Recht, religiös zu sein, auf beliebige Weise religiös zu sein, den Kultus seiner besonderen Religion auszuüben, vielmehr ausdrücklich unter die Menschenrechte gezählt wird. Das Privilegium des Glaubens ist ein allgemeines Menschenrecht… Vor allem konstatieren wir die Tatsache, daß die sogenannten Menschenrechte, die droits de l’homme im Unterschied von den droits du citoyen, nichts anderes sind als die Rechte des Mitglieds der bürgerlichen Gesellschaft, d.h. des egoistischen Menschen”.

Hass gegen das Recht ist bei Marx immanent. Hier bereits die ganze Negativität der marxistischen Lehre: Recht, Egoismus und Judentum werden als vermeintlich wirkmächtige Einheit verbunden. Realsozialistischer Terror ist kein Versehen irgendwelcher Parteiführer, die von der wahren Lehre abgewichen sind. Es ist diese Lehre selbst, was Marx später als die “Diktatur des Proletariats” noch verdeutlicht, die Diktatur des selbstgerechten Kollektivs, gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit als die eliminatorische Verfolgung aller “Abweichler” von der vorgegebenen reinen Lehre

Hierzu der selten schlaue Wikipedia-Autor: “Recht existiere historisch, wie Marx am Beispiel des Feudalismus und den darauf folgenden bürgerlichen Revolutionen zu verdeutlichen sucht, vor allem als Vorrecht, Privilegien zu sichern”. Wikipedia schreibt ab, was Marxisten und Anhänger rechtfertigen: Marx setze sich hier “kritisch” mit Bruno Bauer (“Die Judenfrage” und “Die Fähigkeit der heutigen Juden und Christen, frei zu werden”) auseinander. Dagegen Marx selbst: “Es handelt sich um die Freiheit des Menschen als isolierter auf sich zurückgezogener Monade. Warum ist der Jude nach Bauer unfähig, die Menschenrechte zu empfangen?”. – Die Beantwortung dieser Frage könnte allen Marxisten erklären, warum sie nichts anderes sind als moralisierende Terroristen mit rassistischen Neigungen.

“Zur Judenfrage” – und was ist für Marx die “Lösung”? – Sein “empirisches” Wesen “aufheben”, so dass der Jude “unmöglich” wird. – Erst die “Klassenfrage”, dann die “Rassenfrage”. Jenseits der Menschenrechte. Der ahnungslose Wikipedia-Leser, desinformiert im “Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten”. – Marx im Übergang zum Rassenkampf ums Dasein.

1853 schreibt Marx in “Erzwungene Emigration”: “Unterliegen müssen jene Klassen und Rassen, die zu schwach sind, die neuen Lebensbedingungen zu meistern”.

70 Jahre nach Marx – “Rassen, die zu schwach sind, die neuen Lebensbedingungen zu meistern”- wurden Juden tatsächlich “unmöglich” in Deutschland.

In “Mein Kampf” schrieb Hitler, “dass der wichtigste Kampf der Völker nicht gegeneinander, sondern der gegen den internationalen Kapitalismus” sei.

Wikipedia-Autoren und andere Marx-Begeisterte mögen Marx und “Emanzipation” darstellen wie sie wollen. Aber gegen alles Verschweigen und Beschönigen ist es schlichtweg eine geschichtliche Tatsache, dass der erste Einfall, Juden, Geld und “Kapitalismus” zu verbinden, Juden auf solche Art “unmöglich” zu machen, “Rassen, die zu schwach sind, die neuen Lebensbedingungen zu meistern”, nicht von Hitler und seinen Nationalsozialisten kommt.

Nichtwissen ist Ohnmacht.

 

 

 

 

Die Welt ist schön, die Welt ist schlecht

August 1, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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“Kapitalismus” ist ein Ding

in das alles Schlechte dieser Welt geschmissen werden kann.

Dem Ding ist alles zuzurechnen, was so viel heißt wie: ihm ist gar nichts zuzurechnen.

Eine Sache.

(res corporalis)

Ein Ich wirft den anderen Ichs ihren Egoismus vor. Sag es so, als ob dein eigenes Verlangen nur das Wollen der anderen wäre. Du bist unschuldig. Das Geld hat man dir nur aufgezwungen.

Jeder Mensch, der sich nicht zur Selbstverleugnung qualifiziert, ist der geltenden Moral zuwider.

Die Welt wird wieder schön werden.

Professor Streeck: “Kapitalismus“ – oder wie die Welt verbessern

Juli 30, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

privatvermögen

Anmerkungen zu einem Buch von Wolfgang Streeck: “Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus”.

Wer sich mit der Geschichte des Worts “Kapitalismus” befasst hat, kann sich nur mit Grauen davon abwenden.

Eine durchgehend rassistische Ideologie dahinter: von Karl Marx “Zur Judenfrage” über Sombart “Die Juden und das Wirtschaftsleben” und Max Weber “Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik” (“Kampf der Rassen ums ökonomische Dasein” bis Hitlers “Kampf der Völker gegen den internationalen Kapitalismus” (“Der Kampf gegen den internationalen Finanzkapitalismus als wichtigster Programmpunkt des Nationalsozialismus”).

“Sozialismus” gegen “Kapitalismus” – die Abgründe und Verbrechen im 20. Jahrhundert. Man lernt aus der Geschichte, dass aus ihr nichts gelernt wird. Außer vielleicht die Redeweise einer an die bisherigen Ereignisse angepassten politischen Korrektheit.

“Kapitalismus” – wohin man hört. Der Mob, die Masse, Schwarmintelligenz, Soziologie, Formatierung, Mainstream. Und Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Streeck, Soziologie und Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG), meint es bestimmt gut mit dieser ereignenden Welt.

Mit a-priori-Ismen, das wusste schon Hume (“Human Understanding”) vor beinah 300 Jahren, lässt sich alles “beweisen”, dass sich die Sonne um die Erde dreht, wie auch dass “Kapitalisten” oder “Semiten” alle Übel der Welt verursachen. Es ist Wissenschaft, die keine ist, vielmehr Theologie, um nicht zu sagen, Fanatismus, der sich vorzugsweise unter dem Deckmantel angeblicher Wissenschaftlichkeit verbreitet.

Die Soziologie mag meinen, viel zu erkennen. Aber sie erkennt sich nicht selbst.

Zum Vergleich – es sind “nur” Zitate, aber wer die Quellen direkt vergleicht, wird die Erkenntnis um so mehr haben:

Karl Marx, “Zur Judenfrage”: “Sobald es der Gesellschaft gelingt, das empirische Wesen des Judentums, den Schacher und seine Voraussetzungen aufzuheben, ist der Jude unmöglich geworden, weil sein Bewußtsein keinen Gegenstand mehr hat, weil die subjektive Basis des Judentums, das praktische Bedürfnis vermenschlicht, weil der Konflikt der individuell-sinnlichen Existenz mit der Gattungsexistenz des Menschen aufgehoben ist”. 

Streeck: „Ohnehin ist die modernen Sozialwissenschaft, vor allem wo sie sich mit ganzen Gesellschaften und ihrer Entwicklung befasst, nie ohne Rekurs auf zentrale Elemente `marxistischer´ Theorien ausgekommen – und sei es, dass sie sich im Widerspruch zu diesen definiert. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass man die aktuelle Entwicklung der modernen Gegenwartsgesellschaften ohne den Gebrauch bestimmter auf Marx zurückgehender Schlüsselbegriffe nicht nur annähernd verstehen kann – und dass dies immer mehr der Fall sein wird, je deutlicher die treibende Rolle der sich weiter entfaltenden kapitalistischen Marktwirtschaft in der entstehenden Weltgesellschaft werden wird.“

Die “aktuelle Entwicklung der modernen Gegenwartsgesellschaften” könnte man aber auch so sehen: Nicht Marx “empirisches Wesen” (“Das Geld ist der Gott Israels”) wird “unmöglich” gemacht, vielmehr dieser betreffende Hass.

Aber das ist jetzt leicht gesagt. Wie soll denn ein Soziologe die Ökonomie verstehen, wenn nicht mal die Ökonomen sie verstehen? Ein Ismus wie “Kapitalismus” zerfällt nie, es sei denn, die negativen Gefühle würden es noch zu einem Denken bringen, das tatsächlich dem anspruchsvollen Wort “Kritik” (wie heruntergekommen und missbraucht es derzeit ist!) entspricht.

 

 

 

 

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