Sloterdijk – Ist er es nicht selbst, der da plappert?

Juli 21, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

“Ein Psychoanalytiker der Epoche lauscht auf deren Geplapper” (Zeitonline)

Sloterdijk – wie ein Übermensch, der kühn die Epoche überstrahlt. Aber immerhin auch ein Psychoanalytiker, der das Über-Ich staatlicher Kreditnahme belauscht. Überdies sogar das Über-Sie staatsfeministischer Quotenregelung.

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Derart vom Geist Nietzsches angehaucht, ist es immer mit dem Missverhältnis zwischen der ungewöhnlichen Größe der Aufgabe und der Gewohnheitsintelligenz der Zeitgenossen zu tun. Den Versuch, mit dem Rennrad zu philosophieren, fand ich deshalb interessant. Die Überwindung der Bergstraße darf er sich zu den edelsten Tugenden rechnen. Hier die Höhe seiner Aufgabe luftrein halten von den viel niedrigeren und irgendwie auch stinkenden Antrieben, welche in den sogenannten selbstlosen Handlungen plappernd tätig sind, das ist die Probe, seine letzte Probe vielleicht, die ein Academy-Zarathustra abzulegen hat, sein eigentlicher Beweis von ureuropäischer Primärkraft – inklusive der Verfügung über die Weiber.
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Wirklich lesenswert: Peter Sloterdijk: Die schrecklichen Kinder der Neuzeit
Suhrkamp Verlag, Berlin 2014;

Nietzsche hatte vier Beine und konnte auch Herrenrasse machen

Juli 7, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Jene neue Partei des Lebens, welche die größte aller Aufgaben, die Höherzüchtung der Menschheit in die Hände nimmt, eingerechnet die schonungslose Vernichtung aller Entartenden und Parasitischen, wird jenes Zuviel von Leben auf Erden wieder möglich machen, aus dem auch der dionysische Zustand wieder erwachsen muß.

Ich frage mich nur, ob Hitler, bevor er “Mein Kampf” schrieb, Nietzsches “Ecce Homo” gelesen hat: …griff ich die ungeheure Aufgabe der Umwertung aller Werte an. Ich bin der erste Immoralist: damit bin ich der Vernichter par excellence. Um abzuschätzen, was ein Typus Mensch wert ist, muß man den Preis nachrechnen, den seine Erhaltung kostet.

Natürlich sind hier mal wieder alle Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. Aber was ist der Zusammenhang – beim Aphorismenschreiber Nietzsche? Er springt einen bei Nietzsche wie bei Hitler und seiner Hochzuchtrasse namens SS geradezu an: “Rangordnung”.

Deutschlands neue ranghöchste Nietzeaner, die man hier jetzt überall sieht und hört, wissen, das alles in dieser Welt in den Grund hinein verlogen und verbogen worden ist durch die Guten. Und die “Guten” waren immer schon sie selbst. Rein und wahr und weiter hoch hinaus.

 

 

“Wissenschaft ist für die Frau nicht geeignet”

Juni 15, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Das ernste Studium der Wissenschaften ist für die Frau nicht geeignet, es würde ihre Reize schwächen.

- Das mag zur Zeit Kants zutreffend gewesen sein. Aber wo gibt es heute noch ein “ernstes” Studium der Wissenschaften – oder “Wissenschaft” überhaupt?

Diese schöne neue brave Welt gehört nicht den Frauen, sondern uns allen.

Im übrigen, wenn es so ist, dass Frauen das Böse meiden, nicht weil es ungerecht, sondern weil es hässlich ist, was sollen sie dann mit einer Quote, geschweige Vorstandsvorsitz?

Das wirklich Hässliche ist das immer noch der Mann.

Aber auch dies müssen Männer endlich mal erkennen: Das Recht der Frauen stützt sich auf das Recht der Stärkeren. Und zwar nach allen Regeln einer noch einigermaßen ästhetischen Welt.

Wer zudem diese Welt als gefährlich empfindet, wird wissen: Jeder Mann, ob hetero oder nicht, braucht wohl Eine, die ihn beschützt.

 

 

 

Geld und Philosophie

Juni 8, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Erstmals in der Geschichte hat jetzt eine große Notenbank, die Europäische Zentralbank, den Zins unter die Schwelle von Null gesenkt.

Die Freude über das Geschenkpaket des EZB-Präsidenten Mario Draghi soll groß sein, weil die Banken eine weitere Liquiditätsspritze in Höhe von 400 Milliarden Euro bekommen, auf dass sie mehr Kredite an Unternehmen vergeben mögen. Später will die EZB sogar selbst in das Geschäft mit Kreditverbriefungen einsteigen.

An der Idee eines Kaufprogramms für Staatsanleihen wird weiter gearbeitet. Es soll solange Geld reingepumpt werden, bis die Wirtschaft vor allem in Griechenland wieder wächst.

Aber wie Investoren kaum Geld bei griechischen Banken abholen, so halten sich griechische Banken mit Kreditvergaben zurück.

Im April letzten Jahres berichteten die Medien, dass laut Vermögensstatistik der EZB die privaten Vermögen in Griechenland erheblich über den Privatvermögen in Deutschland liegen. Diese erstaunliche Entwicklung wurden von allen Medien heruntergespielt. Es wären vermutlich die sagenhaften Vermögen griechischer Reeder, die im total “verarmten” Griechenland den Ausschlag geben würden.

Dann meldete etwa das Handelsblatt im Dezember letzten Jahres, dass laut Bericht griechischer Finanzbehörden griechische Politiker in Geld schwimmen und massenhaft Geld auf private Konten ins Ausland überweisen würden. Aber auch solche Nachrichten verebben schnell in Deutschland.

Vielmehr werden die Deutschen aufgefordert, die Politik der EZB und des billigen Geldes zu bejubeln. Ökonomen und Sparkassen, die von der Enteignung der Sparer reden, würden spinnen. Nicht spinnen würden dagegen diejenigen, die das Gespenst einer Deflation an die Wand malen. Eine Inflationsrate von 0,5 Prozent bis 0,9 sei höchst gefährlich.

Die EZB hat die Maßstäbe aufgehoben. Die Regulierung der Geldmengen, Politik und Privatinteressen sind raffiniert durchmischt. Inzwischen hört man auch von deutschen Politikern, dass sie Millionenbeträge auf ihren Privatkonten horten.

Man behauptet: Es gäbe kein Recht auf positive Zinsen, genauso wie es kein Recht auf Vollbeschäftigung gäbe. Hier von Enteignung zu sprechen, sei frech und ökonomisch Unsinn. - Gut. Irgendwoher müssen die Millionen auf Politikerkonten ja kommen.

 

Was sagt nun die Philosophie zu dem ganzen Treiben?

Eigentlich nichts. Zum Beispiel in der sogenannten Philosophie-Zeitschrift “Hohe Luft” die üblichen, endlos wiederholten, gänzlich unphilosophischen Phrasen: “Umverteilung von Vermögen” – “die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich” – “exorbitant hohe Managergehälter” – “Es geht um die Verteilungsgerechtigkeit” – “Der Philosoph John Rawls betrachtet Fairness als den zentralen Begriff von Gerechtigkeit”.

Fazit: “Bei aller (berechtigten) Kritik an den Millionenverdiensten eines Profifußballers, wünschen wir uns, dass Deutschland gewinnt und werden mitfiebern, wenn Philipp Lahm und seine Kollegen auf dem Platz stehen. Geld hin oder her”.

Mit Kant (Metaphysik der Sitten) könnte man allerdings tatsächlich zu einem “intellektuellen Begriff des Geldes” kommen. Interessanterweise wäre demnach das EZB-Geld ein Geld, das keines ist. Denn für Kant ist Geld nur das Mittel, mit dem menschliche Anstrengungen in Form von Waren gegenseitig vertauscht werden:

“Daher können Banknoten und Assignaten nicht für Geld angesehen werden, ob sie gleich eine Zeit hindurch die Stelle desselben vertreten; weil es beinahe gar keine Arbeit kostet, sie zu verfertigen, und ihr Wert sich bloß auf die Meinung der ferneren Fortdauer der bisher gelungenen Umsetzung derselben in Barschaft gründet”.

Die “gelungene Umsetzung derselben in Barschaft” ohne eigene Anstrengung – bei der gegebenen Ablenkungspropaganda könnte das so weitergehen, bis das ganze Pseudo-Geldsystem zusammenbricht.

 

 

Neues Sterben für Deutschland

Juni 7, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Umfrage – Werte

(Aus Anlass Weltkrieg I)

Deutschlandradio:

Wofür wären Sie bereit zu sterben?

Um ihre Familie zu verteidigen, würden 89 Prozent der Deutschen ihr Leben riskieren; für ihre wichtigsten Ideale – für Freiheit, Frieden, für Gerechtigkeit – 44 Prozent.

Und wie würden Sie diese perverse Frage beantworten?
Wofür wären Sie willig, Ihre Bereitschaft zum Sterben unter 00800 2254 2254 mitzuteilen oder an debatte@deutschlandradio.de. zu senden?

 

Vom Schloss Bellevieu aus gesehen sind alle Dinge schön

Juni 2, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Wen oder was repräsentiert ein Bundespräsident? Das wirklich Schlechte ist das schlechthin Gutgemeinte. Oder was ist ein Staat anderes als ein Beschützer vor ideologischen und religiösen Fanatikern, egal ob diese von innen oder von außen kommen?

Für das Betragen der Bürger ergibt sich in der Folge eines sich ausbreitenden Fanatismus: Dem Gerechten ist kein Gesetz gegeben. Haltet euch an eure Prediger und ihr könnt ansonsten treiben, was ihr wollt, während die Ungläubigen, die darunter leiden mögen, an die Alleinherrschaft des wahren Glaubens zu verweisen sind.

Jede Einwanderung ist auch eine Auswanderung. Facharbeiter wandern aus, wandern ein. Deutschland benötigt dringenst Fachkräfte. Unser deutscher Weg aus dem Kolonialismus in den Neokolonialismus. Anstatt Rohdiamanten lieber Massentourismus. Was die einen haben und den anderen fehlt. Deutschland hat offiziell drei Millionen Abeitslose und ebenso viel versteckte Arbeitslose. Neokolonialismus heißt: werft den ohnehin arbeitsunwilligen Inländer in den Müll, frische Ware aus dem Kontinent nebenan.

“Rechtspopulismus”? Ich müsste politisch schon wie Schloss Bellevieu sprechen, damit man mich wegen Mangel an Beweisen freispricht. Immerhin haben Menschen vier Beine und sollten wissen, was Herrchen verboten hat.

Eine politische Situation unglaublich mächtiger Dressuren. Die Dressur ist wie das Gute, und wirklich nur um des Guten willen.

 

Was Edward Snowden gebracht hat

Mai 29, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Das Opfer, das Edward Snowden für seine Überzeugungen gebracht hat, liegt für alle Welt zutage. Es fehlt jetzt nur noch das Opfer, dass ein Angestellter des deutschen Geheimdienstes für alle Welt an den Tag bringt.

“Das Opfer, das Herr X vom deutschen Nachrichtendienst  für seine Überzeugungen gebracht hat, liegt für alle Welt zutage. Kläglich wirkt es vor diesem Hintergrund, dass der deutsche Innenminister sich dazu herablässt, Herrn X als Feigling zu bezichtigen. Herrn X haben die herabsetzenden Äußerungen höchster Amtsträger über seine Berufserfahrung verständlicherweise gekränkt. Im Interview legte er deshalb dar, dass er eine reguläre Geheimdienstausbildung absolviert habe und im Ausland als Spion alter Schule eingesetzt worden sei, das heißt ausgestattet mit einer Tarnidentität. Zwei Feststellungen empirischer Natur sind für die Bewertung der Sache besonders bedeutsam. Erstens ist die deutsche Regierung jeden Beleg dafür schuldig geblieben, dass die Enthüllungen die Sicherheit deutscher Agenten gefährdet hätten. Und zweitens betrifft die Entgeisterung, mit der auch unter Geheimnisträgern die Nachrichten über das Ausmaß der Aktivitäten des BND aufgenommen wurden, nicht die Methoden der Operationen, sondern die Auswahl der Operationsziele”.

(Oh ja, die Auswahl der Operationsziele des BND und auch die Entgeisterung der Geheimnisträger darüber würde mich schon sehr interessieren).

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