Professor Streeck: Vorschläge für „einen sozial befriedeten Kapitalismus“

Juli 30, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Anmerkungen zu einem Buch von Wolfgang Streeck: “Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus”.

Wer sich mit der Geschichte des Worts “Kapitalismus” befasst hat, kann sich nur mit Grauen davon abwenden.

Eine durchgehend rassistische Ideologie dahinter: von Karl Marx “Zur Judenfrage” über Sombart “Die Juden und das Wirtschaftsleben” und Max Weber “Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik” (“Kampf der Rassen ums ökonomische Dasein” bis Hitlers “Kampf der Völker gegen den internationalen Kapitalismus” (“Der Kampf gegen den internationalen Finanzkapitalismus als wichtigster Programmpunkt des Nationalsozialismus”).

“Sozialismus” gegen “Kapitalismus” – die Abgründe und Verbrechen im 20. Jahrhundert. Man lernt aus der Geschichte, dass aus ihr nichts gelernt wird. Außer vielleicht die Redeweise einer an die bisherigen Ereignisse angepassten politischen Korrektheit.

“Kapitalismus” – wohin man auch hört in diesem neuen Deutschland. Der Mob, die Masse, Schwarmintelligenz, Soziologie, Formatierung, Mainstream.

Und Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Streeck, Soziologie und Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG), meint es bestimmt gut mit dieser ereignenden Welt.

Mit a-priori-Ismen, das wusste schon Hume (“Human Understanding”) vor beinah 300 Jahren, lässt sich alles “beweisen”, dass sich die Sonne um die Erde dreht, wie auch dass “Kapitalisten” oder “Semiten” alle Übel der Welt verursachen. Es ist Wissenschaft, die keine ist, vielmehr Theologie, um nicht zu sagen, Fanatismus, der sich vorzugsweise unter dem Deckmantel angeblicher Wissenschaftlichkeit verbreitet.

Die Soziologie mag meinen, viel zu erkennen. Aber sie erkennt sich nicht selbst.

Zum Vergleich – es sind “nur” Zitate, aber wer die Quellen direkt vergleicht, wird die Erkenntnis um so mehr haben:

Karl Marx, “Zur Judenfrage”: “Sobald es der Gesellschaft gelingt, das empirische Wesen des Judentums, den Schacher und seine Voraussetzungen aufzuheben, ist der Jude unmöglich geworden, weil sein Bewußtsein keinen Gegenstand mehr hat, weil die subjektive Basis des Judentums, das praktische Bedürfnis vermenschlicht, weil der Konflikt der individuell-sinnlichen Existenz mit der Gattungsexistenz des Menschen aufgehoben ist”. 

Streeck: „Ohnehin ist die modernen Sozialwissenschaft, vor allem wo sie sich mit ganzen Gesellschaften und ihrer Entwicklung befasst, nie ohne Rekurs auf zentrale Elemente `marxistischer´ Theorien ausgekommen – und sei es, dass sie sich im Widerspruch zu diesen definiert. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass man die aktuelle Entwicklung der modernen Gegenwartsgesellschaften ohne den Gebrauch bestimmter auf Marx zurückgehender Schlüsselbegriffe nicht nur annähernd verstehen kann – und dass dies immer mehr der Fall sein wird, je deutlicher die treibende Rolle der sich weiter entfaltenden kapitalistischen Marktwirtschaft in der entstehenden Weltgesellschaft werden wird.“

Die “aktuelle Entwicklung der modernen Gegenwartsgesellschaften” könnte man aber auch so sehen: Nicht Marx “empirisches Wesen” (“Das Geld ist der Gott Israels”) wird “unmöglich” gemacht, vielmehr dieser betreffende Hass.

Aber das ist jetzt leicht gesagt. Wie soll denn ein Soziologe die Ökonomie verstehen, wenn nicht mal die Ökonomen sie verstehen? Ein Ismus wie “Kapitalismus” zerfällt nie, es sei denn, die negativen Gefühle würden es noch zu einem Denken bringen, das tatsächlich dem anspruchsvollen Wort “Kritik” (wie heruntergekommen und missbraucht es derzeit ist!) entspricht.

 

 

 

 

Kein Teil von Deutschland ist Islam

Juli 26, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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“Islam ist ein Teil von Deutschland” – das Schlimme liegt in dem Wort “Teil”. Sie nennen ihn einen Teil, und doch steht er immer ganz vorne in der Front.

Deutschland ist ein ungeteiltes Ganzes, ein Land der Aufklärung, der erklärten Menschenrechte und Freiheit. Aufklärung ist die Befreiung von fremder Leitung, von Priesterbetrug und Hassprediger. Gotteskrieger, die Krieg führen wollen, können ihn gegen sich selbst führen. “Solidarität mit Palästina” – ich habe keine. Ich weiß nur, dass dort eine Religion entstanden sein soll, die Nächstenliebe unter die Menschheit bringen wollte. Nächstenliebe ist eine glatte Überforderung. Es würde schon reichen, wenn jeder seine Nächsten und Fernen anerkennen und respektieren würde – anstatt andauernd ihre Existenz vernichten zu wollen. Man sagt, islamische, jüdische und christliche Religion kommen aus derselben Quelle. Die Quelle ist Demut, und nicht Anmaßung. Islam teilt sich mit den anderen Religionen die Demut, Islam ist ein Teil der Demut.

Islam ist der Aufstand gegen die falschen Heiligen und Hassprediger. Respektiere deine Nächsten, egal an was sie glauben oder ob sie nicht glauben.

Sloterdijk – Ist er es nicht selbst, der da plappert?

Juli 21, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

“Ein Psychoanalytiker der Epoche lauscht auf deren Geplapper” (Zeitonline)

Sloterdijk – wie ein Übermensch, der kühn die Epoche überstrahlt. Aber immerhin auch ein Psychoanalytiker, der das Über-Ich staatlicher Kreditnahme belauscht. Überdies sogar das Über-Sie staatsfeministischer Quotenregelung.

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Derart vom Geist Nietzsches angehaucht, ist es immer mit dem Missverhältnis zwischen der ungewöhnlichen Größe der Aufgabe und der Gewohnheitsintelligenz der Zeitgenossen zu tun. Den Versuch, mit dem Rennrad zu philosophieren, fand ich deshalb interessant. Die Überwindung der Bergstraße darf er sich zu den edelsten Tugenden rechnen. Hier die Höhe seiner Aufgabe luftrein halten von den viel niedrigeren und irgendwie auch stinkenden Antrieben, welche in den sogenannten selbstlosen Handlungen plappernd tätig sind, das ist die Probe, seine letzte Probe vielleicht, die ein Academy-Zarathustra abzulegen hat, sein eigentlicher Beweis von ureuropäischer Primärkraft – inklusive der Verfügung über die Weiber.
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Wirklich lesenswert: Peter Sloterdijk: Die schrecklichen Kinder der Neuzeit
Suhrkamp Verlag, Berlin 2014;

Nietzsche hatte vier Beine und konnte auch Herrenrasse machen

Juli 7, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Jene neue Partei des Lebens, welche die größte aller Aufgaben, die Höherzüchtung der Menschheit in die Hände nimmt, eingerechnet die schonungslose Vernichtung aller Entartenden und Parasitischen, wird jenes Zuviel von Leben auf Erden wieder möglich machen, aus dem auch der dionysische Zustand wieder erwachsen muß.

Ich frage mich nur, ob Hitler, bevor er “Mein Kampf” schrieb, Nietzsches “Ecce Homo” gelesen hat: …griff ich die ungeheure Aufgabe der Umwertung aller Werte an. Ich bin der erste Immoralist: damit bin ich der Vernichter par excellence. Um abzuschätzen, was ein Typus Mensch wert ist, muß man den Preis nachrechnen, den seine Erhaltung kostet.

Natürlich sind hier mal wieder alle Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. Aber was ist der Zusammenhang – beim Aphorismenschreiber Nietzsche? Er springt einen bei Nietzsche wie bei Hitler und seiner Hochzuchtrasse namens SS geradezu an: “Rangordnung”.

Deutschlands neue ranghöchste Nietzeaner, die man hier jetzt überall sieht und hört, wissen, das alles in dieser Welt in den Grund hinein verlogen und verbogen worden ist durch die Guten. Und die “Guten” waren immer schon sie selbst. Rein und wahr und weiter hoch hinaus.

 

 

“Wissenschaft ist für die Frau nicht geeignet”

Juni 15, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Das ernste Studium der Wissenschaften ist für die Frau nicht geeignet, es würde ihre Reize schwächen.

- Das mag zur Zeit Kants zutreffend gewesen sein. Aber wo gibt es heute noch ein “ernstes” Studium der Wissenschaften – oder “Wissenschaft” überhaupt?

Diese schöne neue brave Welt gehört nicht den Frauen, sondern uns allen.

Im übrigen, wenn es so ist, dass Frauen das Böse meiden, nicht weil es ungerecht, sondern weil es hässlich ist, was sollen sie dann mit einer Quote, geschweige Vorstandsvorsitz?

Das wirklich Hässliche ist das immer noch der Mann.

Aber auch dies müssen Männer endlich mal erkennen: Das Recht der Frauen stützt sich auf das Recht der Stärkeren. Und zwar nach allen Regeln einer noch einigermaßen ästhetischen Welt.

Wer zudem diese Welt als gefährlich empfindet, wird wissen: Jeder Mann, ob hetero oder nicht, braucht wohl Eine, die ihn beschützt.

 

 

 

Geld und Philosophie

Juni 8, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Erstmals in der Geschichte hat jetzt eine große Notenbank, die Europäische Zentralbank, den Zins unter die Schwelle von Null gesenkt.

Die Freude über das Geschenkpaket des EZB-Präsidenten Mario Draghi soll groß sein, weil die Banken eine weitere Liquiditätsspritze in Höhe von 400 Milliarden Euro bekommen, auf dass sie mehr Kredite an Unternehmen vergeben mögen. Später will die EZB sogar selbst in das Geschäft mit Kreditverbriefungen einsteigen.

An der Idee eines Kaufprogramms für Staatsanleihen wird weiter gearbeitet. Es soll solange Geld reingepumpt werden, bis die Wirtschaft vor allem in Griechenland wieder wächst.

Aber wie Investoren kaum Geld bei griechischen Banken abholen, so halten sich griechische Banken mit Kreditvergaben zurück.

Im April letzten Jahres berichteten die Medien, dass laut Vermögensstatistik der EZB die privaten Vermögen in Griechenland erheblich über den Privatvermögen in Deutschland liegen. Diese erstaunliche Entwicklung wurden von allen Medien heruntergespielt. Es wären vermutlich die sagenhaften Vermögen griechischer Reeder, die im total “verarmten” Griechenland den Ausschlag geben würden.

Dann meldete etwa das Handelsblatt im Dezember letzten Jahres, dass laut Bericht griechischer Finanzbehörden griechische Politiker in Geld schwimmen und massenhaft Geld auf private Konten ins Ausland überweisen würden. Aber auch solche Nachrichten verebben schnell in Deutschland.

Vielmehr werden die Deutschen aufgefordert, die Politik der EZB und des billigen Geldes zu bejubeln. Ökonomen und Sparkassen, die von der Enteignung der Sparer reden, würden spinnen. Nicht spinnen würden dagegen diejenigen, die das Gespenst einer Deflation an die Wand malen. Eine Inflationsrate von 0,5 Prozent bis 0,9 sei höchst gefährlich.

Die EZB hat die Maßstäbe aufgehoben. Die Regulierung der Geldmengen, Politik und Privatinteressen sind raffiniert durchmischt. Inzwischen hört man auch von deutschen Politikern, dass sie Millionenbeträge auf ihren Privatkonten horten.

Man behauptet: Es gäbe kein Recht auf positive Zinsen, genauso wie es kein Recht auf Vollbeschäftigung gäbe. Hier von Enteignung zu sprechen, sei frech und ökonomisch Unsinn. – Gut. Irgendwoher müssen die Millionen auf Politikerkonten ja kommen.

 

Was sagt nun die Philosophie zu dem ganzen Treiben?

Eigentlich nichts. Zum Beispiel in der sogenannten Philosophie-Zeitschrift “Hohe Luft” die üblichen, endlos wiederholten, gänzlich unphilosophischen Phrasen: “Umverteilung von Vermögen” – “die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich” – “exorbitant hohe Managergehälter” – “Es geht um die Verteilungsgerechtigkeit” – “Der Philosoph John Rawls betrachtet Fairness als den zentralen Begriff von Gerechtigkeit”.

Fazit: “Bei aller (berechtigten) Kritik an den Millionenverdiensten eines Profifußballers, wünschen wir uns, dass Deutschland gewinnt und werden mitfiebern, wenn Philipp Lahm und seine Kollegen auf dem Platz stehen. Geld hin oder her”.

Mit Kant (Metaphysik der Sitten) könnte man allerdings tatsächlich zu einem “intellektuellen Begriff des Geldes” kommen. Interessanterweise wäre demnach das EZB-Geld ein Geld, das keines ist. Denn für Kant ist Geld nur das Mittel, mit dem menschliche Anstrengungen in Form von Waren gegenseitig vertauscht werden:

“Daher können Banknoten und Assignaten nicht für Geld angesehen werden, ob sie gleich eine Zeit hindurch die Stelle desselben vertreten; weil es beinahe gar keine Arbeit kostet, sie zu verfertigen, und ihr Wert sich bloß auf die Meinung der ferneren Fortdauer der bisher gelungenen Umsetzung derselben in Barschaft gründet”.

Die “gelungene Umsetzung derselben in Barschaft” ohne eigene Anstrengung – bei der gegebenen Ablenkungspropaganda könnte das so weitergehen, bis das ganze Pseudo-Geldsystem zusammenbricht.

 

 

Neues Sterben für Deutschland

Juni 7, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Soldatenfriedhof-Ijsselsteyn-NL

 

Umfrage – Werte

(Aus Anlass Weltkrieg I)

Deutschlandradio:

Wofür wären Sie bereit zu sterben?

Um ihre Familie zu verteidigen, würden 89 Prozent der Deutschen ihr Leben riskieren; für ihre wichtigsten Ideale – für Freiheit, Frieden, für Gerechtigkeit – 44 Prozent.

Und wie würden Sie diese perverse Frage beantworten?
Wofür wären Sie willig, Ihre Bereitschaft zum Sterben unter 00800 2254 2254 mitzuteilen oder an debatte@deutschlandradio.de. zu senden?

 

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