Meinungsfreiheit als Mainstream-Meinung

April 22, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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ist zwingend

für Zivilisation.

Aber nicht

für den Mainstream.

Es könnte so scheinen, als habe zuletzt Migrantensohn Pirinçci mit seinem Bestseller „Deutschland von Sinnen“ und diversen dekorrekten Ausdrücken gegen Integrationspolitik, Gleichstellungsbeauftragte, Raubtiersozialismusstaat,Verblödung durch linke Massenmedien etc., das Meinungssystem zumindest öffentlich provoziert.

Pirinçci hat eine Empörungsrhapsodie fabriziert, aber eine solche kommt jetzt auch nur zurück. Vor allem von denen, die Generalmedien voran, die sich angegriffen fühlen. Pirinçci schreibt wirklich definitiv primitiv. Aber anders scheint es kaum mehr zu gehen.

Seine Meinung kann hier jeder so abgeben, wie diese im allgemeinen Rauschen von tausend Meinungsforen auch sofort wieder verrauscht. Die individuelle Meinung ist so frei wie ihre Bedeutungslosigkeit. Dafür gibt es noch das Links-Rechts-Schema. Danach werden Meinungen allenfalls zugeordnet, entweder auf diese oder in die Mülltonne auf der anderen Seite.

Die sogenannte öffentliche Meinung begnügt sich entweder mit den Äußerungen und Zuordnungen in einem formalen Links-Rechts-Schema und-oder sie erfindet die aktuellen Skandale der Epoche. Ansonsten werden die Zugänge zur öffentlichen Meinung scharf bewacht. Wenn denn jemand die Bewachung übersehen will, kann er es tun wie in Kafkas “Prozess”. Die Eingangsbewachung ist überall, und schon der bloße Anblick der ersten Betonbewacher erledigt den Versuch.

Tatsächlich gibt es für jeden einen Zugang zur öffentlichen Meinung. Nur ist gerade der immer geschlossen, wenn man ihn braucht. Oder man dringt trickreich durch wie Sarrazin, Pirinçci und Co. Aber dann war es auch nur für derartige freche Eindringlinge bestimmt – ein eigener Zugang zu ihrer eigenen umgehenden öffentlichen Er- und Entledigung. Deutschland hat dann vielleicht ein paar Bestsellermillionäre mehr. Dafür aber auch ein größeres Durchlügen zum Eigenelend an schleimigen Opportunisten und öffentlicher Meinungssklaverei. Und die vorauseilende Zuwanderung in dieses Elend, wie eigentümlich korrekt hinter der Fassade dieser wahrhaft wortliberalen Staatsverfasssung, nimmt kein Ende.

Die Wahrheit ist weder “links” noch “rechts”

April 15, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Will man die Deutschen aufhetzen und wild machen…

so muss man ihnen nur sagen, dass es einen Feind gibt, welcher – je nach Weltanschauung und Freundschaftsverlangen – “rechts” oder “links” steht.

Gegenwärtig überwiegt auch in den deutschen Medien ein Sinn für Feindbilder, und zwar nach dem hierfür meistgebräuchlichen Links-Rechts-Schema. Sie machen viel her, um solche Bilder zu bedienen. Aber der Preis, den sie für ihre mediale Binnenkriegsführung zahlen, ist der Totalschaden an der Idee der Wahrheit.

Zum Bespiel: Die aktuelle Debatte um Akif Pirinçcis Protestschrift Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer.

Was Pirinçcis über Deutschland erzählt, ist entweder wahr oder falsch. Es mag so oder so sein, oder auch nicht. Aber die Töne, die von der Bildzeitung bis zur FAZ angestimmt werden, wo es doch eigentlich um Kriterien einer objektiven Bewertung gehen sollte, sind von vornherein eingesperrt in den Käfig betreffender Feindbilder: rechts oder links? – man entscheidet sich einmütig für “rechts”.

Diese “intellektuelle Rechte” ist angetreten, den “metapolitischen” Kampf um die Begriffe sowie die Köpfe der deutschen Elite zu führen.

Aber was ist “rechts”, wenn etwa Zeitonline weiter behauptet: “Die Tür zur deutschen Elite steht diesem politischen Lager nur einen Spalt offen. Deshalb müssen sie noch den abseitigsten Trash eines anarchischen Rechtslibertären zum Beleg für eine konservative Offensive umdeuten”.

Ich habe es längst aufgegeben, noch irgendeine objektive Bewertung der besagten Schrift des Herrn Pirinçcis zu erhalten. Dafür erhalte ich aber Stück für Stück ein deutliches Bild von den Kriterien, nach denen in deutschen Medien tatsächlich so etwas wie Meinung produziert wird. Keine Kriterien der Wahrheit, nicht mal solche der Wahrhaftigkeit. Solche Kriterien wären horizontal, für jeden zugänglich. Nein, man berichtet vielmehr nach vertikalen Kriterien – nach der Vorstellung einer “deutschen Elite” sowie nach einer “Tür”, die dem einen “politischen Lager” offen stehen soll, dem anderen eben nicht.

Ob nun nur unfreiwillig ausgesprochen – Deutschlands Journalisten bekämpfen vor allem das, was sie selbst sind, nämlich “auf Konventionen bedachte Rechte”, die “traditionell” dazu neigen, “sich elitär über die eigenen Postulate zu erheben”.

Furcht vor der Wahrheit

In der FAZ schreibt Harald Staun, dass wenig dagegen einzuwenden wäre, die eigenen Meinungen gelegentlich in Frage zu stellen. – Das wäre zumindest kein schlechter Ansatz. Aber dann meint Staun scheinbar vermittelnd: “Soll man vorsichtshalber ein paar homophobe Vorurteile in die Zeitung schreiben, nur damit sie nicht zu Bestsellern für die Fans dröhnender Meinungsanfälle werden?”

Schade, wie Staun hier einen an sich produktiven Gedanken derart vermasselt. Vorurteile werden in Zeitungen gerade dadurch geschrieben, dass Meinungsurteile abgegeben werden, ohne dafür hinreichendes Wissen zu liefern. Es ist zu einer durchgängigen massenmedialen Methode geworden, Wissen immer dann zu blockieren, wenn es zu einer bestimmten fraktionellen Weltanschauung nicht passt.

Staun: “Es ist die Existenzbedingung für einen Populismus, der sich als Außenseitertum inszeniert und ständig unbequeme Wahrheiten hervorbringt, weil er alles, was unbequem ist, schon für die Wahrheit hält”. – Eher umgekehrt hätte er es auf den Punkt bringen können: Die Wahrheit ist meistens unbequem. Aber auch dies kann kein Kriterium sein, ob nun populär oder elitär, um “Furcht vor der Wahrheit” (Hegel) vorzuziehen.

“Linke” fangen an, das System zu bewahren

April 14, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Klassenkampf

Wenn Timo Stein in Cicero nach dem üblichen formalistischen Links-Rechts-Schema behauptet, dass Linke anfingen, “das System zu verteidigen, gegen das sich die Rechte nun positioniert. Linke werden zu Bewahrern”, dann ist Unwissenheit wohl die ganze Romantik seines vermeintlichen Linkssein.

Immerhin hat eine Partei wie “Die Linke” eine “strategische Kernaufgabe” – laut Parteiprogramm die “Durchsetzung von Klassenmacht”.

Vermeintliche Linke träumen sich in populäre Phrasen wie “soziale Gerechtigkeit”. Aber so lange es Klassenideologien gibt, gibt es auch einen Realsozialismus, der zurückkommen will. Der Weg dahin ist kürzer geworden, nicht gegen die Verbrechen, aber in solchen Träumereien wie die von Timo Stein.

Rechts-Links-Schema und die Unfähigkeit zur Kritik

April 14, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Ein Argument ist weder “links” noch “rechts”. Es kann vielmehr falsch oder richtig sein. Ein falsches Argument macht man dadurch kenntlich, dass man einen Fehler nachweist. Demgegenüber gibt es ein leeres Links-Rechts-Schema wie auch eine leere Zuordnung. Das ist übrigens dasselbe, was Oberflächlichkeit ist.

Rechts ist links und links ist rechts

Marx ist “rechts” wie Hitler “links” ist. Marx ist “links”, wenn er in seiner Schrift “Zur Judenfrage” hauptet, das “Geld sei der eifrige Gott Israel” oder der “Jude ein asoziales Wesen”, Hitler “rechts”, wenn er in “Mein Kampf” behauptet, dass der wichtigste Kampf der Völker nicht mehr gegeneinander, “sondern gegen das internationale Kapital” sei.

Der Weg zu einer einigermaßen intelligenten Kritik ist eigentlich für jeden gleichgemacht. Dass Parteien sich mit wirklicher Kritik schwer tun, liegt an ihrer Partikularität. Partikularität ist, wenn man so will, die Grundidee des Links-Rechts-Schemas. Es ist leichter, formale Seitenverhältnisse zu transportieren als mit ganzheitlichen Ideen einen Inhalt zu schaffen.

Das Links-Rechts-Schema schafft nur Etikette und will nur etikettieren.

Produktion von Irrtümern

Um eine Sache beurteilen zu können, brauche ich Wissen. Was ich dagegen als Irrtum oder sogar Lüge verbreiten könnte, wären Urteile ohne Wissen oder Urteile auf der Basis von Halbwissen. Medien wollen heute offensichtlich nicht mehr das sein, was sie sein sollten, nämlich Lieferanten von Wissen. Was Medien an Wissen liefern, ist allenfalls Halbwissen. Das Mediale besteht meistens nur darin, politisch-ideologische Manipulationen zu erzeugen, als gehörte der andere Teil der Wahrheit nicht mehr in diese Welt.

Der wirkliche Kritiker ist Nonkonformist, der in einer verzweifelten und selbstmörderischen Anstrengung zu überzeugen versucht, wie elementar für Zivilisation und Menschenwürde unbeschränktes Wissen und freies Denken sind. Aber im gegenwärtigen Zustand überwiegt der Mangel an Sinn für wirkliche Kritik, und die Manipulateure vertreiben sich die Wartezeit mit Lärmen, Skandalisierungen und Erregungswellen.

Sarrazin und so weiter

Jetzt soll es also eine “Neue Rechte” geben. Diese “Neue Rechte” sei gegen political correctness, Genderpolitik, Gutmenschen, Ökologie und Europa. – Auf irgendein Wissen kommt es dieser Pauschalisierung nicht an. Vielmehr möchte mich der vermeintlich linksmediale Diskursagent dazu bringen, sein Links-Rechts-Schema zu befolgen, und mich möglichst “links” unwissend oder halbwissend einzuordnen. Die “Neue Rechte” würde also behaupten, “dass in Deutschland Blockparteien herrschen würden, an deren Spitze eine SED-sozialisierte, schwarz lackierte Sozialdemokratin Namens Angela Merkel stehe, deren Erfüllungsgehilfen Grün wählende links-liberale Kampagnenjournalisten seien, und die politische Kultur von Gutmenschen diktiert wird, alles gesteuert aus Brüssel in Eurodiktatur pur” (Timo Stein, Cicero).

Es tut mir leid, aber mit diesem Wortbrei kann ich nichts anfangen, selbst wenn dem noch Namen wie Sarrazin, Lewitscharoff oder AfD nachgeschoben werden. Zu “Grün wählenden links-liberalen Kampagnenjournalisten” fällt mir allenfalls eine empirische Studie im Auftrag des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV) ein, wonach Zweidrittel der befragten Politikjournalisten eine deutlliche Neigung zu den betreffenden Parteien angaben, die meisten eine Neigung zu den Grünen (26,9%). – Wissen wäre also möglich. Aber urteilen sollen wir auf Basis von Wortmüll und Schema.

Wenn etwa Sarrazin behauptet, dass in der politischen Auseinandersetzung um Bildung und Erziehung “angeborene Unterschiede” kaum eine Rolle spielten, kann es schon sein, dass er ein Vertreter einer biologistischen Sichtweise ist. Aber die diversen Artikel über Sarrazin liefern weder Wissen noch wirkliche Kritik. Sie liefern nur Meinungen.

Ob nun FAZ, Zeit, SZ oder Spiegel – alle meinen, über Sarrazin schreiben zu müssen. Aber alle ersparen sich die Anstrengung eines kritischen Denkens. Keiner, der Sarrazin tatsächlich einen Fehler nachweist, weil – ich kann es nicht anders schreiben – dazu ist man wohl einfach zu blöd.

Armut als gesellschaftspolitisches Ideal

April 13, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Zerschneide deine Kreditkarten

Ausgerechnet die Armut wird verachtet. Als “Armutsbewegung” zeigte man, dass es sein kann – “Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast”. Aber im Mittelalter von der Inquisition verfolgt. Die Hinrichtung des Arnold von Brescia. Der Sozialstaat beginnt.

Niemand kann dich zwingen

Im Zeitalter der Aufklärung erkannt: “Niemand kann mich zwingen, auf seine Art (wie er sich das Wohlsein anderer Menschen denkt) glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt”. Denn: “Eine Regierung, die auf dem Prinzip des Wohlwollens errichtet wäre, wo also die Untertanen als unmündige Kinder, die nicht unterscheiden können, was ihnen wahrhaftig nützlich oder schädlich ist, sich bloß passiv zu verhalten genötigt sind, um, wie sie glücklich sein sollen, bloß von dem Urteile des Staatsoberhaupts, und, daß dieser es auch wolle, bloß von seiner Gütigkeit zu erwarten: ist der größte denkbare Despotismus” – Kant.

Antragsteller und Flaschensammler im Sozialstaat

Der Antragsteller hat bekommen, was ihm zusteht. – Währenddessen springt der Flaschensammler ins Wochenende: “Am Wochenende, wenn Züge mit Fußballfans in Münster halten, schlängelt er sich zwischen den Aussteigenden in einen Waggon und springt leichtfüßig wie eine Raubkatze von Mülleimer zu Mülleimer. Mit einem Blick hat er erfasst, ob es sich bei der Beute um ein deutsches “Goldschätzchen” handelt oder um eine wertlose Dose aus Holland. Nach drei Minuten ist er wieder draußen und seine Plastiktasche voll. Etwa 7000 Euro verdient er auf diese Weise pro Jahr. Bei Festivals, seiner Haupteinnahmequelle, kommen sogar bis zu 13.000 Euro zusammen. “Es fasziniert mich, dass man aus dem Dreck anderer Geld machen kann”, sagt er” – SZ.

“Apropos Müll, so verdreckt, wie heute, war Deutschland noch nie” – Leserkommentar.

Perspektive

Ein armer Mensch ist übrigens nicht “arm”, sondern ist das, was wirklich groß und erhaben ist, und freut sich, dass er es ist.

 

Im Zweifel das richtige Feindbild

April 13, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

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Nie genug von Feindbildern und vom kommenden Krieg

Kalt oder heiß. Offenbar mag keine Regierung von Erfahrungsgrundsätzen ausgehen. Hundertfünfzigmillionen Toten im letzten Jahrhundert. Krieg ist bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Völkern, Staaten. Kriegsspiele bilden betreffende Kampfhandlungen symbolisch ab.

Zunächst ist es Spiel. Counter-Strike. Du bist die Putin-Hostilität, ich die Obama-Front, er oder sie die EU-Erweiterung. Jedenfalls wittere ich schon reichlich Gefahr für unser Staatswesen. Kein Staat soll sich in die Angelegenheiten eines anderen Staats einmischen. Doch hat sich die Ukraine in zwei Teile gespalten. Jeder Teil erhebt Anspruch auf das Ganze. Deutschlands Politik und Medien spalten mit. Die Teilung ist hier schon vollendet.

Ich vertraue auf die feindlichen Sprechakte. Oder wie spricht der Feind. Der Feind spricht: Wir sind die westeuropäischen Wilden und unterscheiden uns von den amerikanischen und russischen Wilden dadurch, dass wir sie mit tiefer Verachtung als rohe, ungeschliffene und viehische Abwürdigung der Menschheit betrachten.

Diese Dinge müssen wir unter einen Hut bringen

Der Präsident des Europäischen Parlaments und Sozialdemokrat, Martin Schulz, sagt, dass Ukrainer sagen sollen:

“Der beste Schutz für uns ist die Mitgliedschaft in der EU. Es ist im Übrigen auch das beste Mittel, wirtschaftliche Stabilität herzustellen”.

Dabei ist EU ein ganzes Nest gedankenloser Osterweiterungspläne. Nur sei dies im Moment ein wenig schwierig. – Schulz: “Auf der anderen Seite wissen wir alle – denken wir an die Türkei, denken wir an den westlichen Balkan –, wie schwierig die Erweiterungspolitik im Moment ist. Weil es in der EU selbst und vor allen Dingen bei den Bürgerinnen und Bürgern eine Erweiterungsmüdigkeit gibt. Viele Menschen haben ja den Eindruck, wir hätten die letzte Erweiterung noch nicht verkraftet. Und diese beiden Dinge müssen wir unter einen Hut bringen. Ich glaube nicht an schnelle Erweiterungen. Und deshalb glaube ich, dass wir eine Intensivierung der Nachbarschaftspolitik betreiben müssen, in der wir die ökonomischen Perspektiven und die stabiltätserzeugende wirtschaftliche Zusammenarbeit verstärken müssen, ohne dass das sofort zu Beitritten führt. Mein Gefühl ist nämlich, wenn wir über enge ökonomische Kooperation zu einem Gewöhnungseffekt kommen, dann ist die Erweiterung unproblematischer”.

Der Grund also, warum auch meinen Feinden dieser sogenannte Gewöhnungseffekt zuteil werden sollte, ist die gute EU-Osterweiterung, die den Vereinnahmten und sich selbst diese hohe ökonomische Gnade gönnt und wünscht.

 

German Angst – Amerika

April 5, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

gutbös

German Angst ist meistens nur so groß wie ihre Äußerung.

Aber oft deutlich größer.

Zwei Weltkriege, Hiroshima, atomarer Erstschlag, Vietnam, RAF und dergleichen gezielte Tötungen.

German Angst schreibt sich eine Deutungsmacht der Welt zu, die es womöglich schon vor einiger Zeit zurückgeholt hat. 11. September 2001. German Angst Rot-Grün erklärt “uneingeschränkte Solidarität” mit USA. Wobei German Angst betont: “uneingeschränkt”. – Uneingeschränkte Unterstützung US-Sicherheitsbehörden.

Flugzeuge auf Berlin

German Angst wimmelt, trampelt, besetzt Länder, wehrt sich. Vielleicht wird sie diesmal den Ausgang finden, der absolute Sicherheit heißt. Agenten der Angst vergiften deutsche Trinkwasserreservoirs. Flugzeuge stürzen auf deutsche Kernkraftwerke. Hundert Flugzeuge stürzen auf Berlin. Einstürzende Neubauten. Und zu ahnen, was jetzt folgen muß, wenn das Terrornetzwerk seine erste Atombombe in einem Erdloch untergebracht hat, setzt keine neuen Angstpotenziale voraus.

Wir müssen der konkreten Gefahr nachspüren, statt sie diffus zu beschwören. Das heißt, wir sind ziemlich genau. Am besten wir beginnen bei der radikalsten Konsequenz: der Datensammlung. Die datengesteuerte US-Drohne kann autonom identifizieren, wen sie wo und wann tötet. Das ist jetzt die endgültige Berechenbarkeit der Welt. Freischwebende Problemlösungsintelligenz. Ein Staubsaugerroboter hat ja auch keine Ahnung, was er da macht. Mit maschinell produzierter Gewissheit in unsere urgermanische Angstwelt drängt sich die Ideologie der Walddunkelheit in unsere Lebensbereiche, indem sie Wahrscheinlichkeit als Wahrheit verkauft samt zwingender Handlungsanweisung.

Und jetzt muss es noch zum ganzen Gefühlsbrei hinzukommen: “Der internationale Finanzkapitalismus”. Das ist kein Zufall. German Angst hat das schon lange vor Hitlers “internationalen Börsenjuden” drauf. Es ist ein aus Angst, Feindbild und Selbstermächtigungswillen zusammengesetztes Konstrukt, noch eben das bekannte Vokabular an die Jetztzeit angepasst. Mit diesem absolut Bösen beginnt die dunkle, deterministische Datenideologie spürbar auch in das Leben des deutschen Tugendbürgers einzugreifen.

German History

German History ist weniger ein trauriges Schicksal als eine mächtige dramaturgische Triebkraft. Das Bewegungsprofil meines Smartphones entwirft einen weitgehend rechtsfreien Raum, in dem auch meine persönlichen Tugendgesetze nur mit Einschränkungen gelten – Verhaltensmuster eben. Meine persönlichen Daten meines Netzindividuums werden automatisiert und ohne mein Wissen missbraucht.

Wie jetzt die fast schon verdrängt geglaubten German Angst Gefühle wieder zum Vorschein kommen. Schopenhauer, Nietzsche, Spengler, Heidegger, Adorno, Horkheimer. Germanisches Sein ist ja jeweils das Sein eines Seienden. Der universale Verblendungszusammenhang. Der Moment der existenziellen Verzweiflung als “neoliberaler” Marktvorteil. Radikalisierte Geheimdienste, skrupellose Finanzwirtschaft, aggressive Werbekonzerne.

Am Ende will German Angst alles “regulieren”. Erst wird eine hochdrehende Angstdynamik erzeugt, dann die Angstmasse immer wieder auf den gleichen “neoliberalen Kapitalismus” losgelassen.

Worauf es neben einer möglichst allerneuesten Politischen Korrektheit und absolutem Meinungsgehorsam in diesem Angstgermanien ankommt, ist vorauseilende Kollektivbereitschaft, den ewig gleichen Feind zu bekämpfen.

t, i

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